Klartext gesprochen & Wumm - die Faust auf den Elefanten gehauen

Dachten Sie bisher, es sei höflich ruhig und nett zu sein. Lächelnd ein Anliegen zu äußern. Na, da haben Sie sich aber schwer getäuscht ...
Also, mal ährlich, so mit der Hand aufs Herz. Einer muss ja mal Klartext reden, so richtig, wumm, die Faust auf den Tisch hauen. Anders begreifen es doch die Leute nicht. Da stimmen Sie mir doch sicher zu – oder etwa nicht?
Na wissen Sie, wenn Sie dat nicht genauso sehen, dann weiß ich auch nicht. Vor allem, mal ährlich, so ganz echt sind Se dann ja auch nicht. Nix für ungut, aber so isset nun mal.
Ich meine, wenn doch wirklich einer denkt, der könne mit so`m Dauerlächeln mich dazu bringen, ihn ernst zu nehmen, ja, der sollte doch mal kalt duschen gehen. Diese Warmlächler und Dauergrinser, ja die ticken irgendwie links rum. Glauben dir Leute etwa, wir seien in China oder sonst wo in Asien?
Da fällt mir doch die Geschichte mit dem Elefanten in Nepal ein. Stellen Se sich das mal vor. Da reite ich in so`m Holzkorb, zu viert eingequetscht, jeder so`n Holzpflock zwischen den Beinen, damit keiner runterfällt, durch den Chitwan-Nationalpark. Gemütlich stampft der Elefant durchs hohe Gras. Wir sehen Nashörner, die Tiger hielten wohl gerade ihren Mittagsschlaf. Na ja, wie Frauen so sind, da musste ich mal dringend so für kleine Mädchen. Das sagte ich dem Elefantenführer. Der nickte, lächelte, nix passierte. Der ritt mit dem Elefanten und uns einfach weiter ...
Alles Lächeln meinerseits half nicht, kein Wackeln, kein Rutschen, nicht mal Schreien. Mir tropfte allmählich mein Blaseninhalt von der Stirn. Wer hätte gedacht, dass Urin solch seltsame Wege nehmen kann. Na ja, seit dem Buch „Feuchtgebiete“ von C. Roche wissen wir allen, Körperflüssigkeiten nehmen so oder so ihren Lauf ...
Aber der Elefant ritt weiter, ja und dieser nepalesische Elefantenführer lächelte und ritt auch einfach weiter ...
Unglaublich. Beim Abstieg vom Elefanten fiel ich auch noch kopflastig in den Staub. Warum müssen Elefanten auch so hoch sein, hätte der Führer mir ja auch mal sagen können – oder etwa nicht. Da musste ich ihn einfach anschreien und Wumm mit der Faust auf den Elefanten hauen. War ja schließlich kein Tisch da. Nicht mal den hatten se da im Nationalpark am Rand aufgestellt. Und dichte Büsche zum Mal-eben-Dahinterhocken gab es auch nicht. Und das nannte sich Dschungel.
Der Elefant hat ja ein dickes Fell. Aber das mit meinen Faustschlag fand er nur bedingt lustig. Erst trompetete er, dass mir fast mein Trommelfell platzte. Dann scharte der doch tatsächlich mit seinem rechten Vorderlauf, und es passierte das Ungeheuerliche. Er rannte los, direkt auf mich zu und wumm, plötzlich knallte mir sein Rüssel um die Ohren. An mehr erinnere ich mich nicht ...
Später wachte ich dann mit einer Gehirnerschütterung im Krankenhaus auf. Mein Schädel dröhnte wie ein Rathaus kurz nach einer verlorenen Wahlkampfdebatte.
Also, dass die Elefanten in Nepal so aggressiv sind, hätte ich ja nicht gedacht.
Dabei lächeln die Menschen dort doch immer. Und so`n leichter Faustschlag in die Flanke, ja das ist doch nix, muss doch so`n Elefanten nicht gleich so sauer machen.
Wenn mir jetzt einer lächelnd entgegen kommt, gucke ich immer, ob er nicht einen Elefanten in der Nähe bei sich führt. Wenn nicht, und er macht mich wütend, ja, dann, dann macht es mal eben Wumm, meine fliegende Faust kracht durch die Luft. Ein paamalr flog mir doch glatt eine krachende Faust zurück mitten ins Gesicht. Die hat dann ein wenig mein Gesicht zermatscht, wohl auch mein Gehirn demoliert. Aber vom Faust-auf-den-Tischhauen, da lass ich nicht ab. Anders kapieren es die Leute doch nicht. Mit Reden und Lächeln, da kommen wir doch nirgendwohin. So komm ich mit Vollverpflegung halt alle paar Wochen ins Krankenhaus und mal ährlich, Sie geben mir doch in allen Punkten recht ...
Susan Heat Love & Life Beraterin, Buchautorin, TV-Expertin – susan-heat.de
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