Das Schöne am Leben

Veröffentlicht auf von Susan Heat

 

Sind es doch die kleinen Momente, das Innehalten, der Morgentau und der Augenblick, wenn die Sonne hinter dem Rhein untergeht ...

 

Was macht es aus unsrem Leben?

Gezeter, Gerenne, die Gier nach mehr, besser, schöner, teurer, das Gefühl, nie genug zu haben ...

 

Sind es nicht die Augenblicke, die wir uns nehmen, um einfach mal nichts zu tun, den Moment zu genießen. Atmen, einfach atmen und die Stille genießen. Fast scheint dies ein Luxus, den zu gönnen sich kaum noch jemand traut ...

 

Zeit ist Geld. Dabei sind die US-Banken gerade ordentlich zusammengekracht. Klar hat es Europa und auch Deutschland dabei erwischt ...

 

Warum bringen Menschen soviel Energie auf, andere zu maßregeln, sie zu beschimpfen, zu kritisieren, sie zu be- und verurteilen? Nennt sich das Leben? Oder ist es einfach nur Arroganz und Überheblichkeit?

 

Sich hinsetzen, sich an den Sonnenstrahlen an einem strahlenden Septembertag erfreuen. Den Milchkaffee inmitten der Stadt an einem ruhigen Ort genießen. Lächeln, mit anderen ins Gespräch kommen und Begegnungen als Geschenk entgegennehmen. Das nenne ich Leben.

 

Den Blick mal wieder in eine andere Richtung lenken. Weg von der ach so stark verankerten deutschen Tugend, alles und jedes akribisch darauf zu untersuchen, ob es sich konform verhält. Schwimmt der einzelne nicht mit der Masse, gehört ihm erst mal mächtig mit dem Zeigefinger gedroht, um ihn so mit starken Gebärden in seine Schranken zu weisen. Reicht das nicht, wird nachgelegt. Auf zur Verbalattacke – am besten im Verbund.

 

Ganz klar. Wer in diesem Lande lächelt, der ist schwach. Wer Humor zeigt, muss zwangsläufig nicht richtig ticken. Und wer sich nicht anpasst, dem wird ganz klar die Rote Karte gezeigt.

 

Dabei könnte alles so einfach sein. Die Leichtigkeit des Seins zu ertragen, scheint manchen schwer die Schultern niederzudrücken. Sie lieben es schon mehr laut, energisch und wollen auch nicht lange fackeln. Wer aus der Reihe tanzt, ist selber schuld und muss halt sehen wie er damit klarkommt. Dem werden doch ganz ratzfatz die Flügel gestutzt.

 

Tja früher, da war alles anders, höre ich reifere Menschen immer wieder sagen. War es wirklich so? Wohl wahr ist, dass der Ton untereinander gerade in Deutschland schärfer geworden ist. Die Ellenbogen wurden auch nochmals richtig angespitzt. Gelacht wird darum selten, denn wo nix zu lassen ist, da gibt es auch keinen Grund dazu. Basta! Neurotisch sind die Deutschen sagte mir kürzlich ein Deutscher, der über zwanzig Jahre mit Unterbrechungen in vielen verschiedenen Ländern gelebt hat. Wie das mit Neurotikern so ist, sie selbst betrachten dies natürlich nicht so. Woody Allen hat dazu 1977 den wunderbaren Film „Der Stadtneurotiker“ gemacht. Ein Klassiker, der unbedingt wieder in die Kinos sollte.

 

Und wehe dem, der aus der Reihe tanzt. Sich nicht schert um Mehrheit und Mob. Ja, der wird schon sehen, was er davon hat. Dabei könnte alles so einfach sein. Ist alles nicht so schlimm.

 

Da geht rotglühend die Sonne im Rhein unter. Und Vögel zwitschern sogar mitten in einer großen Stadt. Da lächeln sich bei den kurzen Begegnungen an der Ampel Menschen kurz an, schenken sich sogar ein freundliches Wort. Unverhofft kommen andere ins Gespräch und haben sogar Spaß dabei. Auch das gibt es noch in Deutschland.


Das ist das Schöne am Leben.

 
Susan Heat Love & Life Beraterin, Buchautorin, TV-Expertin – susan-heat.de

 Foto: Rita Köhler/Pixelio

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Veröffentlicht in Glück & more

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