Meine Mumu spricht mit mir ...
... klar, wer auch sonst. Aber wer ist Mumu? Außerirdisch? Für Kinder? Für Erwachsene? Oder einfach nicht von dieser Welt?
Es begann vor ein paar Wochen als mir diese Plakatwand entgegensprang: „Meine Mumu spricht mit mir“.
Was für Kinder, dachte ich mir und habe die Plakatwand samt Inhalt schlichtweg vergessen. Doch vor ein paar Tagen begegnete sie mir wieder. In der U-Bahn-Station direkt vor meiner Tür. Ich war ein wenig in Eile, war auf dem Weg zum meinem Fitness-Workout:. Aqua-Gym, Handeln schwingen in, unter und über Wasser ...
Das Geld für die Fahrkarte hatte ich in der Hand, eilte schnurstracks die Treppe runter und als ich bemerkte, dass ich vergessen hatte, die Fahrkarte oben am Automaten zu ziehen, grummelnd die Treppe wieder rauf. Dazwischen lächelte mich ein netter Mann, vielleicht aus Mitleid, weil ich ja ziemlich geschwind rauf und runter rannte ...
Triumphierend mit der Fahrkarte in der Hand stand ich dann auf dem Bahnsteig und glotze dieses Plakat an. Wieder verwundert, weil es sagte mir echt: Nix! Rein gar nix!
Und wie das auf Bahnsteigen so ist, da macht die U-Bahn echt keine Ausnahme, stand der nette Mann auch wartend dort herum und glotzte oder schaute interessiert wie ich auf das Plakat „Meine Mumu spricht mit mir“.
Also fragte ich ihn, was er denn dort so sah und in der Botschaft zu erkennen glaubt. Nichts. Er sei Ausländer, erklärte er entschuldigend und viereinhalb Jahre im Ausland gewesen. Österreicher war er und kehrte gerade aus Russland zurück. Also, mal ehrlich, was sollte er zu Mumu und ihrer Selbstsprache sagen?
Nix! Wie ich, die ja auch in Italien gelebt hatte, viel gereist und auch mal mit einem jüdische Opernsänger aus New York verheiratet war, ihn sogar dort an einem Heiligabend auf dem Standesamt in Manhattan geheiratet hatte mit anschließendem Honeymoon in Rio ...
Das erinnerte mich zwar an die Sommerzeit in Rio, Sonne, Copa Cabana, Strand, blauer Himmel, Skisurfing und vieles mehr. Aber der Bedeutung von Mumu und ihrer Selbstansprache brachte es mich näher ...
Über Mumu kamen der Österreich und ich zu Bauwagen, Solarenergie und Eisenbahnwaggons als autarke Lebensform. Aber Mumus Rätsel lösten wir nicht.
Das kam am nächsten Tag. Da hatte der nette Österreicher nachgedacht, sich nochmals vor das Plakat gestellt und ganz logisch überlegt. Okay, der Mann ist Physiker und beschäftigt sich mit Logik. Er hätte auf der Leitung gestanden, meinte der Österreich mit viel Charme. Ich natürlich auch, setze er nach, mit seinem österreichischem Charme ...
Ich solle mir noch mal das Plakat anschauen. Bei mir machte es Klick im Kopf. Für alle, bei denen es noch nicht klickt, hier ein paar Fakten zum Figur auf dem Plakat: Sarah Silberman.

Sex mit Gott
„Sarah Silverman, Tabubrecherin Nr. 1 aus den USA und bekannt geworden durch "I'm fucking Matt Damon".`
Für einen Witz verkauft diese Frau alles und jeden, auch ihren Mann. Oder Pamela Anderson. Wobei die natürlich ein leichtes Opfer ist. Manche Leute meinten, Pam wäre nichts "ohne ihre Titten", sagte Sarah Silverman vor einiger Zeit in einer amerikanischen TV-Show. Anderson saß daneben. Und Silverman schob hinterher: "Das ist nicht wahr. Ohne ihre Titten wäre sie Paris Hilton."
Für solche Sprüche ist Silverman bekannt in den USA, wo sie als Drehbuchautorin und Komikerin arbeitet. Allerdings gehört das Anderson-Bonmot noch zu den harmloseren Attacken der Marke Silverman. Sie kann auch anders: Anfang 2007 startete auf dem amerikanischen Sender Comedy Central das "Sarah Silverman Program", eine Comedy-Serie, in der die 37-jährige Jüdin kein Tabu ungebrochen lässt.
Einen Rollstuhlmarathon etwa nennt sie eine "Demo gegen den Einsatz von Beinen", sie furzt, scherzt über Schwule und Obdachlose, redet viel über ihre Vagina, schläft mit Gott, der bei ihr ein Schwarzer ist, und als ihr ein grüner Geist auf dem Klo erscheint, raunt sie: Einer Jüdin beim Pinkeln zuzusehen, sei so, als würde man den Holocaust anzweifeln - und hierzulande glauben doch tatsächlich Menschen wie die Rapperin Lady Bitch Ray, den Tabubruch, vor allem jenen mit Vaginabeteiligung erfunden zu haben.
Seit Anfang des Jahres ist sie auch in Deutschland bekannt ist. Da kursierte jenes Video, das sie ihrem Lebensgefährten Jimmy Kimmel in dessen Show mitbrachte. Der Song heißt: `I'm fucking Matt Damon``. Silverman zupft die Gitarre. Und Damon rappt: "On the bed, on the floor, on the towel by the door, in the tub, in the car, up against the minibar.` (http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/sex-mit-gott/)
Na dann ist doch alles klar. Wer`s immer noch nicht versteht, guckt einfach nochmals auf Plakat und irgendwann macht`s Klick. Versprochen!
Text: susan-heat.de
Fotos: Susan Heat
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