Jenseits der Gier

Veröffentlicht auf von Susan Heat

 




Gerade lese ich ein Buch, dass schon seit einer geraumen Zeit in meinem Bücherstand steht. „Jenseits der Gier – Vom Luxus des Teilen“ von Gertrud Höhler. Meine Ausgabe ist von 2005. Aber es scheint gerade mit den US-Banken-Crash und der allgemeinen Verunsicherung aktueller wie nie. Darum möchte ich hier daraus zitieren:

 

>Sachwerte statt Seelenheil: Im Reich der Gier herrscht entgleistes Verlagen.

Der Unersättliche steigt auf. Die Gier räumt ab. Unter Insidern ist globale Gier nicht Laster, sondern Erfolgsmelodie.

Balance wir zur Langweiler-Option.

Der Gierige ist immer unterwegs und kommt niemals an. Er ist das Beutetier, das Jäger spielt.

Die Gier frisst Freiheit, sie frisst Werte. Gier mach nicht satt, sondern süchtig.

 

Gier ist eine ansteckende Krankheit.

 

Während die Bürger sich bereichen, wechselt sie die Maske. Sie befällt das Führungspersonal. Topmanager, Behördenchefs, Mandatsträger sind die Gierigen der Spätphase.

Visionslose Begehrlichkeit treibt sie an. Gier nach Geld und Geltung. Und der unstillbare Erfolgsappetit wird prämiert. Selbst der Staat nimmt sich ein Monopol auf Gier.<

 

Gier bringt und nicht weiter und das Konsumkarussell stürzt so manchen in den Ruin. Vor wenigen Tage erzählte mir eine Ministeriumsangestellte, dass sie eine ziemlich hohe Summe geerbt hatte. Da fühlte sie sich wie eine Lottokönigin und rannte erst einmal los – hinein in die Konsumtempel und kaufte und kaufte ...

Bald war das ganze Erbe weg, aber die Lust und die Sucht am Kauf, die blieb. Jetzt sitzt sie auf einem Schuldenberg, weiß weder ein noch aus. Eröffnet laufend neue Konten, die bald mit einem Dispo in den roten Zahlen sind. Was bleibt ist wohl die Insolvenz, dabei sah ihr Leben doch mit dem Erbe so prima aus.

 

Freitag war ich bei herrlichem blauen Himmel in einem Café in der Düsseldorfer Innenstadt. Dort kam ich mit ein paar Leute ins Gespräch, eine davon war Steuerberaterin, die sagte, dass viele Rentner Steuerkriminelle sind, weil sie meist gar nicht wissen, dass sie ihre Steuern rückwirkend ab 2005 in einer Steuerklärung dem Finanzamt melden müssen, Überhaupt, dass Renten versteuert werden ... Auch hier ist die Gier vom Staat und statt zu reformieren machen sich Politiker fast in die Hose vor Angst. Ein 64jähriger Münsterländer, aus Krankheitsgründen, seit zehn Jahre im Ruhestand erzählte mir, dass er sich mit seiner Frau politisch engagieren wollte. Gar nicht so einfach. Denn mit Schrecken mussten sie erkennen, dass besonders die sogenannten etablierten Parteien sich gern die Pöstchen gegenseitig zuschieben, Ihre Aufgabe als Politiker verloren sie dabei schön längst aus dem Blick. Darum scheint es mehr als der Zeit, dass das Volk aufbegehrt. Sich informiert und einmischt, sich öffentlich Gehör verschafft. Noch sind es viel zu wenig, aber die Gier der Reichen, die immer reicher werden, der Banker, Topmanager und Politiker zwingt sie dazu. Gut so. Denn nur so kann man der Gier ein Schnäppchen schlagen und endlich wieder zu dem kommen, warum der Mensch die Welt betritt. Sich dem Sinn des Lebens hinzugeben. Zu teilen und nicht nur zu nehmen. Nicht nur auf sich, sondern auch auf andere zu schauen. Endlich Schluss mit der Gier zu machen.

 

Susan Heat Love & Life Beraterin, Buchautorin, TV-Expertin – susan-heat.de

 

Foto: Ernst Rose/Pixelio

Impressum - http://lieben-und-lachen.over-blog.de

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Veröffentlicht in Das pralle Leben

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