Gespräche mit meinem Bauch

Veröffentlicht auf von Susan Heat


Lange habe ich es mir selbst nicht eingestanden. Aber nun ist es an der Zeit sich zu bekennen – öffentlich zu bekennen: Ja, es ist wahr. Ich spreche mit meinem Bauch. Täglich, manchmal sogar mehrmals. Fast ist es schon wie eine Sucht. Mein Bauch und ich.


Vorweg gesagt. Ich bin blond und weiblich. Aber ich bin nicht schwanger und glaube auch nicht, dass ich es in diesem Leben noch werde. Nicht dass ich mich der Schwangerschaft verwehre. Meine biologische Uhr hat da einfach ihre Herrschaft übernommen und damit ist das Thema wohl bis zum nächsten Leben für mich vom Tisch. Natürlich nur, wenn ich wieder als Frau auf die Welt komme. Auch wenn gerade in den USA ein Mann aus dem US-Bundesstaat Oregon, der ja aber eigentlich doch eine Frau ist, Thomas Beatie heißt und behauptet schwanger zu sein. Verrückte Welt.

 

Jetzt wollen die Männer auch noch selbst die Kinder kriegen. Dabei ist doch schon längst wissenschaftlich nachgewiesen. Dass ihr Schmerzempfinden viel größer ist als das einer Frau. Wie bitte schön wollen sie da eine Geburt überstehen? Wahrscheinlich mit Kaiserschnitt. Klar, wie sonst? Oder sagen Sie: Das Reagenzglas gehört mir bei einer künstlichen Befruchtung?

 

Aber zurück zum Thema und meinem Bauch. Gespräche mit Gott führe ich schon lange und finde sie sehr hilfreich. Natürlich meditiere ich morgens, mittags und abends. Möglichst schon bei Sonnenaufgang und gern bei Sonnenuntergang am Rhein an einer ruhigen Stelle. Aber nichts ersetzt die Gespräche mit meinem Bauch. Manche nennen es ja auch das innere Kind. Lange wusste ich gar nicht, was das innere Kind sein soll, wo ich doch nie schwanger war. Inzwischen bin ich in dem Punkt aufgeklärt und weiß, dass es die Intuition ist. Warum mir das nicht gleich gesagt wurde, keine Ahnung. Müssen wohl zuviel Esoteriker um mich herum gewesen sein. Nichts gegen Esoteriker, aber sie reden ja manchmal schon ganz schon verklausuliert, also in Worten, die außer ihnen keiner versteht. Warum machen die das nur? Muss ich doch mal nachfragen.

 

Ich schweife ab. So ist das eben, wenn frau ins Reden kommt und über ihren Bauch spricht. Da gibt es jede Menge zu sagen. Aber das Wichtigste ist, auch darauf zu hören. Wenn mein Bauch mir als ersten Impuls sagt „Ja“, handle ich inzwischen danach. Denn es ist IMMER richtig. Großes Indianerehrenwort.

 

Ein Beispiel. Als ich in Italien lebte und an der Sprachschule von Florenze einen New Yorker Opernsänger traf, der mich zum Essen einlud, sagte mein Bauch: „Lass die Finger von dem. Das gibt Ärger!“ Mein Bauch schrie mich an, aber ich dumme Gans habe nicht auf ihn gehört. Was soll ich sagen: Es gab jede Menge Ärger mit dem Opernsänger.

 

Bekam er doch Engagement an der Düsseldorfer Oper. So landete ich in dieser Stadt, die ja nett ist – ohne Frage. Einige Jahre verbrachte ich mit dem Bariton und hatte jeden Tag sozusagen meine eigen Seifenoper zu Hause. Mein Bauch bekam Krämpfe und ich schluckte bald jede Menge Tranquilizer – diese kleine runden Pillen, die einen ruhig stellen, damit man das Leben erträgt. Armer Bauch, tust mit heute noch leid. Was du alles aushalten musstest. Ich natürlich auch. Einen Heiligabend stand ich dann mit meinem Opernsänger vor dem Standesamt in der New Yorker Cityhall in Manhattan. Mein Bauch war schon ganz heiser vom Schreien. Aber nein, ich hatte mir Ohropax in die Ohren gestopft, damit es nicht hörte. Der Bariton wollte mich unbedingt als dritte Ehefrau heiraten, hätte mir ja zu denken geben soll, da er schon zwei Ehefrauen verschließen hatte – und mir war die Greencard so wichtig, das ich meinem Bauch kurzerhand das Maul stopfte. Der Honeymoon führt mich frisch Getraute und meinen Opernsänger nach Rio. Das war ein echter Flop, obwohl es wunderschön dort und die Sonne jeden Tag schien. 35 bis 40 Grad im Schaden. Da kam ich nicht nur wegen der Hitze ins Schwitzen. Er zog um die Häuser und ich saß allein an der Copacabana. Obwohl lange allein war ich nicht wirklich. Blond, jung, superschlank – da blieb ich in Rio nicht lange solo. Mein Bauch krächzte nur verzweifelt, stöhnte irgendwann nur schwach und warf dann das Handtuch. Was hätte er auch sonst tun sollen? Er hatte vom vielen Rufen und Schreien gar keine Stimme mehr. Oh Bauch, was war ich doch für ein dummes Huhn.

 

Dann kam der Ehealltag. Oh Graus! Der war noch schrecklicher als das Zusammenleben davor. Wer mit einer Diva unter einem Dach lebt, ist es selbst schuld, dachte wohl mein Bauch und zog sich schmollend zurück. Er hatte mich so oft genug gewarnt, so dass er nun einfach keine Lust mehr hatte.

 

Das stand ich nun. Kein Bauch mehr, der mich warnte, eine männliche Diva an meiner Seite und war grottenunglücklich. Wie viel Seelenpein kann ein Mensch ertragen? Jede Menge scheint’s. Als mein Bariton dann auch noch mit der neuen Ballerina auf jede Party ging und alle dachten, er sei mit ihr verheiratet, platzte mir endgültig der Kragen. Ich zog die Reißleine, räumte kurzerhand meines Baritons Sachen in Kartons und stellte sie auf den Speicher. Als er von einem Gastspiel aus Wien zurückkam, war nichts mehr so wie es war. Er erkannte die Wohnung nicht wieder und schnaubte vor Wut, schrie wie ein wildgewordener Stier. Davon habe ich noch heute einen Hörschaden. Aber dann ging alles ganz schnell. Er zog zur Ballerina. Eine musste sich ja um ihn kümmern. Mein Bauch jubilierte und wir feierten erst einmal ein Riesenfest. Seitdem sind wir die dicksten Freunde. Niemals mehr würde ich meinen Bauch ignorieren. Ich nehme ihn ernst. Denn er hat IMMER recht. Wir kommunizieren nun täglich oft miteinander und haben eine Superbeziehung – gleichberechtigt und auf Augenhöhe. Stimmt nicht ganz. Meist muss ich mich ein wenig runterbeugen, um ihm zuzuhören. Er spricht in letzter Zeit so leise. Oder ist es der Zahn der Zeit, der an meinem Hörvermögen nagt? Vielleicht habe ich am Bauch auch ein paar Pfündchen zugelegt und das Polster dämmt seine Stimme. Keine Ahnung. Nur bin ich sicher. Das uns nichts und niemand auseinanderbringt. Wir haben uns Treue geschworen – auf ewig und mein Bauch hat mir versichert, dass er immer für mich Dasein wird. In guten und in schlechten Zeiten. Da sind mir vor Rührung doch glatt die Tränen geflossen und mir wird jetzt noch ganz warm ums Herz, wenn ich daran denke.

 

Oh lieber Bauch, ich danke dir. Schön, dass es dich gibt!

Mehr Infos zu Susan Heat – Love & Life Beraterin, Buchautorin & Tv-Expertin
Foto: Susan Heat

 



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Veröffentlicht in Träume & Visionen

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S
Oh ha, der Bauch. Meiner redet schon lange nicht mehr gut mit mir, sondern macht mächtig Ärger und Theater. All die Zeiten wo ich nicht auf ihn hörte - zahlt er mir jetzt heim. Er schmerzt, er ärgert, er gluggert und blubbert. Tja, ich muss mal sehen, wie ich mich mit ihm wieder vertrage, so dass er und ich wieder in Harmonie zusammen sind ;-). Ps. ich hätte wohl auch besser mal öfters auf meinen Bauch hören müssen! Lg. Sprechblase
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S
<br /> Vielleicht solltest du mehr grünen Tee trinken und dich an den Fluss setzen - wie die Chinesen *smile<br /> Herzlichst<br /> Susan Heat<br /> <br /> <br />